Dorferneuerung

Stellenwert der Dorferneuerung/Dorferhaltung

Die Dorferneuerung/Dorferhaltung hat seit 1984 in Rheinland-Pfalz - nicht zuletzt auch im Rhein-Lahn-Kreis - einen hohen Stellenwert, nachdem im ganzen Land ein tief greifender Strukturwandel, der die kleinteilige Siedlungsstruktur erfasst hat, erkannt worden ist. Seit Jahren fördert deshalb das Land Rheinland-Pfalz Maßnahmen der Dorferneuerung/Dorferhaltung im öffentlichen und privaten Bereich. Für eine Förderung sind die Richtlinien des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau vom 23.03.1993 (VV-Dorf) maßgebend.
Diese Info soll die Fördermöglichkeiten im privaten Bereich darstellen.

Dorferneuerungskonzept als Fördervoraussetzung

Maßnahmen der Dorferneuerung/Dorferhaltung können nur in den Gemeinden gefördert werden, die über ein qualifiziertes Dorferneuerungskonzept verfügen, welches den Erfordernissen einer geordneten ortsbaulichen Entwicklung genügen und eine umfassende Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Gemeinde erkennen lassen muss. 68 % aller Gemeinden des Rhein-Lahn-Kreises verfügen über ein Dorferneuerungskonzept bzw. befinden sich noch in der Aufstellungsphase. Vier Gemeinden im Rhein-Lahn-Kreis sind derzeit als Schwerpunktgemeinden der Dorferneuerung anerkannt, und zwar die Ortsgemeinden Hahnstätten, Osterspai, Winden. In diesen Gemeinden werden Maßnahmen der Dorferneuerung in einem Zeitraum von max. sechs Jahren vorrangig gefördert.


Im privaten Bereich können verstärkt gefördert werden

  • Erneuerung, Aus-, Um- und Anbau von älteren orts- und landschäftsprägenden oder öffentlich bedeutsamen Gebäuden oder Anlagen (bis etwa 1960)
  • Nutzungsänderungen ganz oder überwiegend Leerstehender, freiwerdender Gebäude bzw. Wohnungen
  • Erhaltung und Gestaltung von Gebäuden bestehender oder ehemaliger land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetriebe mit orts- und landschaftsprägendem Charakter
  • Anpassung von Gebäuden land- und forstwirtschaftlicher Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe an die Erfordernisse zeitgerechten Wohnens und Arbeitens
  • Maßnahmen zur Sicherung der örtlichen Grundversorgung. (Stichwort: Nachbarschaftsläden)
  • Belange von Kindern und Jugendlichen sowie älteren Menschen


Weitere Fördervoraussetzungen und Höhe der Landesförderung

Um eine Chance der Förderung zu erhalten, sind an die Qualität der auszuführenden Maßnahmen besondere Anforderungen zu stellen. Auch hat die Förderung in Ortskernen grundsätzlich Vorrang.

In vielen Fällen können die von den Gemeinden beauftragten Dorferneuerungsplaner fachliche Hilfestellungen geben. Die zuwendungsfähigen Aufwendungen müssen mindestens 7.669 EUR betragen. Dabei können Eigenleistungen bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Kosten als Barmittelsatz anerkannt werden. Die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum genießt im Rhein-Lahn-Kreis eine hohe Förderpriorität.
Bei Vorhaben Privater beträgt die Landeszuwendung grundsätzlich bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Kosten, höchstens jedoch 20.452 EUR. Um möglichst eine Vielzahl qualifizierter Fördermaßnahmen berücksichtigen zu können, sind abgestufte Fördersätze vorgesehen.


Dorferneuerung/Dorferhaltung will

  • vor allem die Funktionsfähigkeit der Dörfer erhalten und stärken
  • die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum sichern und stärken
  • die private Grundversorgung für den täglichen Bedarf sichern und ggf. wieder herstellen
  • das Dorf als Wohn- und Arbeitsstandort weiter entwickeln
  • die Vielfalt dörflicher Lebensräume und Regionsbezogener Bauformen sichern, um damit die kulturelle Heimat zu schützen
  • den örtlichen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben zukunftsweisende Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen
  • den Erhalt und die Schaffung von Lebensräumen für Bestandsgefährdete sowie dorftypische Tier- und Pflanzenarten


Nicht gefördert werden vorhaben

  • die ganz oder überwiegend Schönheitsreparaturen darstellen und der Bauunterhaltung dienen
  • in Neubaugebieten
  • die aus anderen Bereichen gefördert werden können
  • die bereits begonnen wurden


Übersicht über Gemeinden, die über ein Dorferneuerungskonzept verfügen:

Burgschwalbach, Flacht, Hahnstätten,Kaltenholzhausen, Lohrheim, Netzbach, Niederneisen, Oberneisen und Mudershausen

Wer ist Ansprechpartner

Förderanträge sind über die Ortsgemeinde und Verbandsgemeindeverwaltung der Kreisverwaltung als Bewilligungsbehörde vorzulegen. Ein Antragsvordruck ist abrufbar. Auch sind Antragsvordrucke bei der Verbandsgemeindeverwaltung oder hier zu erhalten.




Auf Zuwendungen des Landes besteht kein Rechtsanspruch. Die Bewilligungsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Links:

 
Ansprechpartner in der VG Hahnstätten ist Oliver Steinbach.
Bei der Kreisverwaltung Rhein-Lahn sind für Dorferneuerung zuständig:
Ansprechpartner Telefon Telefax
Alexander Neeb 02603/972-185 02603/972-6185
Horst Klöckner 02603/972-266 02603/972-6266
Monika Heidrich 02603/972-187 02603/972-6187